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Innovationspotenziale in der Supply Chain - Franck Lheureux, Ivalua

Innovationspotenziale in der Supply Chain - Franck Lheureux, Ivalua

Innovationspotenziale in der Supply Chain

Wie Sie in enger Zusammenarbeit mit Lieferanten Produkte und Prozesse verbessern

Der Innovationsdruck steigt. Das macht sich in immer mehr Unternehmen bemerkbar. In diesem Umfeld wird die Zusammenarbeit mit Lieferanten zu einem kritischen Erfolgsfaktor. Denn Unternehmen, die sich ausschließlich auf die eigene F&E-Abteilung verlassen, laufen Gefahr, wichtige Erkenntnisse und gute Ideen außer Acht zu lassen. Außerdem: Um schnell auf Marktanforderungen zu reagieren, reichen manchmal die eigenen Ressourcen schlicht nicht aus. Viele Unternehmen suchen daher nach Möglichkeiten ihr Innovationspotenzial auch außerhalb des eigenen Unternehmens zu erweitern – und sehen ihre Lieferanten plötzlich in einem ganz neuen Licht. Sie intensivieren die Partnerschaften mit Zulieferunternehmen, um vom Know-how und von den Ideen ihrer Lieferanten zu profitieren.

Mehr als Eins plus Eins

Unternehmen kooperieren mit ihren Lieferanten auf ganz unterschiedliche Weise. Einige teilen beispielsweise Ideen für neue Produkte und Dienstleistungen. Sie treiben damit die Marktentwicklung im Schulterschluss voran. Andere laden zu Workshops ein, um sich mit Lieferanten auszutauschen und einen kooperativen Entwicklungsprozess zu starten. Neben Projekten zur Neuentwicklung lassen sich auch bestehende Produkte und Abläufe von der Produktion bis zum Kundenservice zusammen erweitern oder verbessern. In gemeinsamen und eventuell sogar gemeinsam finanzierten Pilotprojekten teilen die Unternehmen ihr Know-how und die Investitionsrisiken. Die positiven Effekte sind umso größer, je früher im Entwicklungsprozess die Zusammenarbeit beginnt.

Vom Kostensenker zum Partnermanager

Je stärker sich Unternehmen des Innovationspotenzials ihrer Supply Chain bedienen, umso mehr fallen dem Einkauf zusätzliche, neue Aufgaben zu. Einkäufer sind dann nicht mehr ausschließlich in der Pflicht, die niedrigsten Konditionen auszuhandeln. Ihre Rolle wandelt sich vom Kostensenker zum Partnermanager. Zusammen mit ihren Lieferpartnern suchen sie nach Wegen, die Teamarbeit zu verbessern. Sie loten gemeinschaftlich Potenziale für Kosteneinsparungen aus und minimieren Risiken.

Enge Partnerschaften zwischen Unternehmen und Zulieferern vergrößern jedoch auch die Abhängigkeiten. Ein Prozess für Performance- und Risikomanagement sorgt hier für die nötige Klarheit und Sicherheit. Informationen von Auskunfteien und anderen externen Anbietern ergänzen dabei die eigene Datenlage und erlauben eine schnelle und profunde Einschätzung des Lieferrisikos.

Die Vorteile der engen Zusammenarbeit mit Zulieferunternehmen:

  • Schnellere Entwicklung neuer und besserer Produkte
  • Geringe interne Entwicklungskosten und geringere Kosten der verkauften Waren
  • Freiwerden interner Ressourcen für weitere Aufgaben
  • Höhere Erfolgsrate bei Pilotprojekten
  • Gemeinsame Entwicklung geistigen Eigentums

In der Praxis läuft diese Zusammenarbeit in vielen Betrieben jedoch noch recht ineffizient: Es werden nicht immer die besten Lieferanten ausgewählt, und die Kommunikation läuft über verschiedene, nicht integrierte Kanäle. Darunter leiden wiederum Kooperation und Transparenz.

Lieferantenauswahl und Bewertungen strukturieren

Ein integrierter Innovationsprozess beginnt daher bereits bei der Lieferantenauswahl. Je systematischer ein Unternehmen dabei vorgeht, umso mehr gewinnt es an Klarheit. Ein diffuses Bauchgefühl weicht dann präzise definierten Kenngrößen, die auch Vergleiche zwischen Ländern oder Unternehmensbereichen erlauben. Im Unternehmen etabliert sich ein gemeinsames Verständnis, welche Lieferanten strategisch wichtig sind und daher als Innovationspartner infrage kommen. Und schließlich hilft ein strukturierter Prozess, den Aufwand für Datensammlung und Auswertung so gering wie möglich zu halten.

Den Prozess für Auswahl und Bewertung von Zulieferern auch für Lieferanten verständlich zu machen, hat noch einen weiteren Vorteil: Ein Lieferant, der weiß, dass er regelmäßig bewertet wird, und die Kriterien kennt, wird sich gezielt um Verbesserungen in den relevanten Disziplinen bemühen. Um ein gemeinsames Ziel zu erreichen, vereinbaren viele Beschaffungsorganisationen dazu mit ausgewählten Lieferanten auch spezielle Aktionspläne. Transparenz motiviert und steigert langfristig die Performance – was wiederum auf die Innovationsprojekte einzahlt.

Zusammenarbeit erleichtern

Unternehmen sollten die Zusammenarbeit so einfach wie möglich gestalten. Um die vielen Beteiligten von Einkauf über F&E und Produktion bis hin zu Vertrieb, Marketing und Geschäftsleitung zu koordinieren und stets auf dem aktuellen Stand zu halten, eignet sich eine Cloud-basierte Beschaffungsplattform am besten. Denn sie hilft beides zu steuern, die Beziehung und den Produktentwicklungsprozess. Gleichzeitig bietet sie von überall und jedem Endgerät Zugriff auf alle relevanten Informationen. Eine solche Plattform ermöglicht außerdem ein sicheres Teilen aller nötigen Dokumente. So gewährt sie Einblicke in Kataloge und Verträge sowie zurückliegende Bestellungen, Angebote, offene Rechnungen oder auch Leistungsbewertungen.

Mit Transparenz und Teamwork digital ans Ziel

Ein zusätzlicher, wichtiger Aspekt ist die ständige Aktualisierung der Stammdaten, Stücklisten, Zertifizierungen und anderer Referenzen durch die Lieferanten. Denn nur mit vollständigen und richtigen Daten bringt die Digitalisierung zuverlässig Effizienzgewinne.

Plattformen, die darüber hinaus integrierte Funktionalitäten für das Projektmanagement und flexible Workflows bieten, können den Prozess weiter optimieren. Mit ihrer Hilfe lässt sich die Zusammenarbeit zwischen den vielen Stakeholdern und in vielen Warengruppen effizient organisieren. Fortschrittliche Source-to-Pay-Plattformen machen zudem die Kommunikation lückenlos nachvollziehbar, weil sie entweder vollständig über die Plattform läuft oder dort dokumentiert wird.

Unternehmen, die sich im internationalen Wettbewerb behaupten wollen, müssen alle Register ziehen, intern wie extern. Einkaufsabteilungen, die sich immer nur auf den niedrigsten Preis konzentrieren, verpassen substanzielle Chancen, um ihr Geschäft auf lange Sicht erfolgreich zu gestalten. Die Supply Chain bietet Einkaufsleitern eine Fundgrube für mögliche Innovationen – in puncto Produkte, Services und Prozesse. Digitale Plattformen für strategischen und operativen Einkauf ermöglichen durch effiziente Zusammenarbeit diese Potenziale zu erschließen.

Franck Lheureux
Ivalua
info@ivalua.com